Strebe / Sterbe
Ein Geschäft in 10 Akten
Paradies ist kein Ort. Es ist eine Idee – ein leuchtendes Bild jenseits des Jetzt. Doch solange wir leben, müssen wir streben: nach Glück, Ruhe, Sinn, Mangellosigkeit. Und dieses Streben selbst ist das, was Leben ausmacht – und was das Paradies unmöglich macht.
Die Fotoreihe strebe oder sterbe zeigt Körper in Bewegung, vervielfacht durch Stroboblitz, fragmentiert, wie zerrissen vom eigenen Antrieb. Dazu: Bergspitzen – monumental, scheinbar unerreichbar. Zwischen Körper und Natur spannt sich ein Spannungsfeld auf: Das Streben als existenzieller Zustand, das Ziel immer im Nebel.
Inmitten einer Gesellschaft, die alles haben könnte, wächst eine kollektive Unzufriedenheit. Die Bilder dieser Serie halten Momente fest, die sich dem Streben entziehen – zumindest für einen Augenblick. Vielleicht ist genau das das Paradies: der Stillstand, das Festhalten, das Bild. Oder seine Umkehr – die ewige Wiederholung, der Zwang zur Perfektion, das unaufhörliche «Mehr».
Diese Fotografien sind beides: Versuch und Verweigerung. Wunschbild und Zerrbild. Sie zeigen die Welt, in der wir das Paradies suchen – und manchmal, für Sekunden, zu ahnen glauben.









